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In der Fachzeitschrift Biological Conservation veröffentlichte Studie zeigt die demografische Anfälligkeit des Lahille-Delfins im Südwestatlantik
Eine von Dr. Fábio Daura-Jorge von der Universidade Federal de Santa Catarina geleitete Studie, die in der Fachzeitschrift Biological Conservation veröffentlicht wurde, liefert die erste regionale Bewertung der demografischen Anfälligkeit des Lahille-Delfins im Süden Brasiliens und Uruguays.
Die Studie ist das Ergebnis einer vom Projekt Gephyreus zwischen 2018 und 2023 koordinierten Zusammenarbeit. Im Rahmen eines systematischen Monitorings wurden fünf Schlüsselregionen entlang eines rund 1.000 Kilometer langen Küstenabschnitts zwischen Itajaí (Bundesstaat Santa Catarina, Brasilien) und Uruguay untersucht. Die Ergebnisse gewinnen zusätzlich an Bedeutung, nachdem der Lahille-Delfin im Oktober 2025 auf der Roten Liste der IUCN als „stark gefährdet“ (Endangered) eingestuft wurde.
Im Verlauf der Studie wurde die Gesamtpopulation auf 252 bis 341 Individuen geschätzt und erreichte in der jüngsten Erhebung 341 Tiere, was etwas mehr als 200 geschlechtsreifen Individuen entspricht. Während der fünfjährigen Untersuchungszeit wurde kein einziger Delfin beobachtet, der zwischen den fünf Untersuchungsgebieten wechselte. Dies bestätigt, dass es sich um voneinander isolierte Populationen mit nur sehr geringem Austausch von Individuen handelt – ein Muster, das bereits frühere genetische Studien vermuten ließen.
Auch hinsichtlich ihrer Größe und ihres Erhaltungszustands unterscheiden sich die Populationen deutlich. Das Patos-Lagunenästuar beherbergt rund ein Drittel der gesamten Subpopulation und weist mit 97 % die höchste jährliche Überlebensrate auf. Es stellt damit eine vergleichsweise stabile Kernpopulation der Art dar. Demgegenüber sind die Populationen von Itajaí–Florianópolis und Laguna die kleinsten und anfälligsten, mit jährlichen Überlebensraten von 65 % beziehungsweise 93 %. Genau diese beiden Populationen weisen in den Prognosen der Studie die höchsten Risiken auf.
Die Langzeitsimulationen zeichnen insbesondere auf regionaler Ebene ein besorgniserregendes Bild. Unter den derzeitigen Bedingungen dürfte die gesamte Subpopulation über einen Zeitraum von 63 Jahren – entsprechend etwa drei Generationen – mit einem Rückgang von lediglich 2 % nahezu stabil bleiben. Diese scheinbare Stabilität verdeckt jedoch erhebliche regionale Verluste: Für die Populationen von Itajaí–Florianópolis und Laguna werden Rückgänge von 43 % beziehungsweise 71 % prognostiziert, selbst wenn sich die heutigen Bedrohungen nicht weiter verschärfen.
Ein pessimistisches Szenario, das mehrere Belastungen miteinander kombiniert – darunter ein Rückgang der Beutetiere, die Verschlechterung des Lebensraums und eine höhere Sterblichkeit durch Beifang in Fischernetzen –, zeigt ein deutlich dramatischeres Bild. In diesem Fall könnte die gesamte Subpopulation innerhalb von 63 Jahren um 94 % zurückgehen, sodass lediglich etwa 18 Individuen verbleiben würden. Für die beiden besonders gefährdeten Populationen bestünde dann ein reales Aussterberisiko.
Neben der Isolation der Populationen und den regionalen Unterschieden bei den Überlebensraten weist die Studie auf weitere Warnsignale hin. Hautläsionen treten zunehmend häufiger auf, insbesondere in den beiden bereits als besonders anfällig identifizierten Regionen. Dies deutet darauf hin, dass verschiedene Bedrohungen gleichzeitig auf die Populationen einwirken. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass in so kleinen und fragmentierten Populationen bereits der Verlust weniger ausgewachsener Weibchen durch nicht natürliche Ursachen erhebliche Auswirkungen auf das langfristige Überleben der Art haben kann.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines langfristigen Monitorings, des Schutzes wichtiger Lebensräume sowie einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Brasilien, Uruguay und Argentinien, um den langfristigen Erhalt des Lahille-Delfins zu sichern.
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