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Gephyreus-Netzwerk präsentiert erstmalige Bewertung des Aussterberisikos des Lahille-Delfins auf dem SOMEMMA–SOLAMAC-Kongress

Das Gephyreus-Netzwerk nahm am SOMEMMA–SOLAMAC 2025 Kongress teil, der vom 8. bis 12. Dezember 2025 an der Universidad Autónoma de Sinaloa in der Stadt Mazatlán (Mexiko) stattfand.

10/02/2026 - 18:46 | 10/02/2026 - 18:46
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Projeto Gephyreus

Dieses gemeinsame Treffen — das die Zweite Internationale Tagung zur Erforschung aquatischer Säugetiere, das 20. Arbeitstreffen der Spezialisten für aquatische Säugetiere Südamerikas und den XIV. Kongress der Lateinamerikanischen Gesellschaft für Aquatische Säugetiere (SOLAMAC) vereinte — zählte zu den wichtigsten wissenschaftlichen Veranstaltungen zu aquatischen Säugetieren in Lateinamerika im Jahr 2025 und brachte Forschende, Studierende, Entscheidungsträger und Organisationen aus verschiedenen Teilen der Region zusammen.

Unter dem Motto „Los Mamíferos Acuáticos y la Conservación de los Océanos de América Latina para la Humanidad“ („Aquatische Säugetiere und der Schutz der Ozeane Lateinamerikas für die Menschheit“) stand der Kongress im Einklang mit dem Nachhaltigkeitsziel 14 der Vereinten Nationen und unterstrich die Bedeutung einer integrierten und kooperativen Meeresschutzstrategie. Die Aktivitäten fanden in den Räumlichkeiten des UAS Academic Tower statt und umfassten Vorkongresskurse, mündliche und Posterpräsentationen, Diskussionsrunden sowie Hauptvorträge renommierter Expertinnen und Experten aus der Region und weltweit.

Die Teilnahme von Pedro Fruet, wissenschaftlicher Koordinator des Erhaltungs- und Managementplans (CMP) für den Lahille-Delfin der Internationalen Walfangkommission (IWC), ermöglichte die Präsentation der Ergebnisse der ersten formellen regionalen Bewertung des Aussterberisikos dieser Art. Die Studie basierte auf einem systematischen Fotoidentifikationsprogramm, das zwischen 2018 und 2023 durchgeführt wurde und die fünf Managementeinheiten der Subpopulation im südlichen Brasilien–Uruguay umfasste. Auf Grundlage dieser Daten wurden Markierungs–Wiederfang-Modelle angewendet, um zentrale demografische Parameter zu schätzen, die in eine Populationsviabilitätsanalyse (PVA) einflossen.

Die Analysen zeigen eine maximal geschätzte Populationsgröße von 341 Individuen, wobei die jährlichen Überlebensraten zwischen den Managementeinheiten variieren. Statistische Simulationen deuten unter den aktuellen Bedingungen auf einen leichten Rückgang hin, jedoch ohne regionales Aussterberisiko. In einem pessimistischeren Szenario — unter Berücksichtigung erhöhter Beifänge und Habitatverschlechterung — prognostizieren die Modelle starke Populationsrückgänge mit erheblichen Verlusten in allen Managementeinheiten.

Die Ergebnisse unterstreichen die hohe Verwundbarkeit des Lahille-Delfins und betonen die dringende Notwendigkeit gezielter Maßnahmen zur Reduzierung von Beifängen, zum Schutz kritischer Lebensräume und zur Förderung der Gesundheit der Küstenökosysteme. Die Studie hebt zudem die Bedeutung der Aufrechterhaltung und Ausweitung koordinierter langfristiger Monitoringprogramme hervor, die für quantitative Risikobewertungen und die Entwicklung adaptiver Schutzstrategien unerlässlich sind. Die Präsentation auf dem Kongress stärkt die Rolle des Gephyreus-Netzwerks als regionale Referenz in der Erzeugung wissenschaftlicher Erkenntnisse für den Artenschutz.

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